JEAN PAUL SARTRE DER EKEL PDF

Er kann sich schon nicht mehr an den Samstag erinnern. Er empfand eine unbestimmte Angst, aber er wusste nicht woher sie kam. Vielleicht war das nur ein kurzer Moment des Wahnsinns. Er blickt durch sein Fenster. Gerade war der Zug aus Paris eingetroffen. Menschen stiegen aus und verliessen den Bahnhof, andere warteten auf die letzte Strassenbahn.

Author:Togore Visida
Country:Mali
Language:English (Spanish)
Genre:Science
Published (Last):15 August 2008
Pages:81
PDF File Size:19.82 Mb
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ISBN:342-1-72157-604-6
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Dieser Zustand verschlimmert sich zusehends. Die Menschen in der Bibliothek, seine verflossene Geliebte, seine Tischgenossen — alle rufen in ihm den Ekel hervor. Angesichts einer Welt, in der alles ziel- und sinnlos existiert, muss sich der Mensch selbst sinnlos vorkommen.

Der Roman machte Sartre schlagartig bekannt und stellt die wichtigste literarische Verarbeitung seiner existenzialistischen Philosophie dar. Der Roman ist als fiktives Tagebuch verfasst. Roquentin hofft, dass seine verflossene Liebe ihn von dem Ekel befreien kann, doch diese Hoffnung ist vergebens.

Mithilfe seiner Aufzeichnungen versucht er den Ursachen seines Unwohlseins auf die Spur zu kommen. Roquentin glaubt, seiner nutzlosen Existenz einen Sinn zu geben, indem er ein Buch verfasst. Im Zentrum steht der Erkenntnisprozess des Helden.

Die Jungen lachten und Roquentin ging weg. Er hat weder Freunde noch Verwandte. Doch seit sie fort ist, ist er keine Beziehung mehr eingegangen. Es war eine aus einem Schulheft herausgerissene Seite mit einem Diktat. Er freute sich schon darauf, sie anzufassen, doch er konnte es nicht. Jetzt fiel ihm schlagartig ein, was er empfand, als er den Kiesel in der Hand hielt: Ekel. Er steht auf, betrachtet sich im Spiegel und denkt, sein Gesicht mache im Gegensatz zu den Gesichtern anderer keinen Sinn.

Er schneidet Grimassen und versinkt dabei in einen kurzen Schlummer — bis er das Gleichgewicht verliert. Fast sieht man sie nicht auf seinem blauen Hemd. Doch ab und zu blitzen sie auf. Besuch vom Autodidakten In der Bibliothek spricht ihn der Autodidakt an.

Es ist der Autodidakt, dem er versprochen hat, ihm seine Reisebilder zu zeigen. Das geht Roquentin nun wirklich zu weit. Nein, das nicht. Doch das war nicht der Fall. So wird auch das banalste Vorkommnis zum Abenteuer. Er wartet, bis die Messe vorbei ist, um einem besonderen Ereignis beizuwohnen. In der Rue Tournebride flanieren die reichen Herren mit ihren Familien und ziehen den Hut voreinander. Er reiht sich ein, um sich alles genau anzusehen.

Anders als am Vormittag ist die Menge nicht mehr nach gesellschaftlichen Schichten getrennt: Jetzt marschieren Unternehmer neben Beamten und kleinen Angestellten. Am Fastnachtsdienstag be-kommt er einen dicken Brief von seiner ehemaligen Freundin Anny. Wenn er dann zu ihr eilte, wusste sie nicht, weshalb er kam. Februar in Paris zu treffen. Auch er ist einsam und wartet wahrscheinlich auf seinen Ekel.

Daher gibt es keine Sympathie zwischen ihnen. Der Kellner wischt den Boden. Dieser hat aber lediglich die Grippe und wird von seiner Tochter gepflegt. Doch die Person Rollebon hatte seinen Geist gefesselt. Fassungslos sieht er seine Hand an, die auf dem Tisch liegt. Sie kommt ihm vor wie ein fremdes Tier. Endlich nimmt er ein Messer und sticht zu. Das Messer ritzt nur leicht die Haut und rutscht dann ab. Blut tritt aus.

Aber es ist egal, ob er dort mit ihm am Tisch sitzt oder nicht. Dieser ist froh, als das Essen kommt und der Autodidakt, der schon halb auf dem Tisch gelegen hat, sich wieder hinsetzt. Beide stellen fest, dass sie nicht viel davon verstehen. Der Autodidakt zieht ein Heft mit selbst geschriebenen Maximen hervor und fragt Roquentin, ob er sie schon einmal irgendwo gelesen habe. Der Autodidakt strahlt. Nach einem unbehaglichen Auftakt unterhalten sich die beiden recht gut. Roquentin hat keine Lust mehr, sie etwas zu fragen.

Er geht. Sich nicht die Nuancen, die Kleinigkeiten entgehen zu lassen, auch wenn sie nach nichts aussehen, und sie vor allem einzuordnen. An ihn selbst hingegen denkt niemand. Doch im Gasthaus spielt die Kellnerin seine Lieblingsplatte, und er fasst den Entschluss, ein Buch zu schreiben, also einer Geschichte zur Existenz zu verhelfen: einer Abenteuergeschichte, an der andere Menschen teilhaben werden.

Roquentins Abkehr von seinen historischen Studien unterstreicht seine Exis-tenznot: Er begreift, dass ihm die Erforschung der Lebensgeschichte des Marquis de Rollebon als Existenzberechtigung diente. Am Ende findet er eine neue Existenzberechtigung in dem Plan, ein Buch zu verfassen. Sartre propagiert also die Kunst als Heilmittel gegen die Existenzangst.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich mit den Fragen der menschlichen Existenz in der Welt befassen. Dieser ist — im Gegensatz zu Kierkegaards Lehre — nihilistisch und atheistisch. Das Werk wurde jedoch nicht fertig. Endlich nahm er die Arbeit an seinem Factum wieder auf und begann, die Streitschrift zu einem Roman umzuformen.

Der Romanentwurf trug den Titel Melancholia. Die Folgen waren Angst- und Panikattacken. Juni in Paris als Sohn eines Marineoffiziers geboren. Dort befasst er sich vor allem mit den Philosophien Husserls und Heideggers. Er ist eine zentrale Figur der dortigen Intellektuellenszene und wird Herausgeber der politisch-literarischen Zeitschrift Les Temps modernes.

Der Autor, der schon lange ein Augenleiden hat, ist ab praktisch blind. Er stirbt am April nach langer Krankheit in Paris. Seinem Sarg folgen 50 Menschen.

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Jean-Paul Sartre: Der Ekel und der Existenzialismus

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